Antrag: Raumlufttechnische-Anlagen mit Wärmerückgewinnung


Sitzung Planungs- und Umweltausschuss am 11. März 2021

Die GRÜNE Ratsfraktion beantragt den Einbau von RLT-Anlagen mit Wärmerückgewinnung in Schulen und KiTas der Stadt. Vorrangig sollten die Klassenräume in den Grundschulen und den Abschlussklassen damit ausgestattet werden. Ganz besonders bei Um-, An- und Neubaumaßnahmen sind die RLT-Anlagen mit in die Planung einzubeziehen und mit der Maßnahme umzusetzen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt Raumlufttechnische (=RLT) Anlagen und keine Luftreinigungsgeräte (11.02.2021):
„Aus gesundheitlichen und Nachhaltigkeits-Gründen sollten perspektivisch alle dicht belegten Veranstaltungsräume in Schulen und Bildungseinrichtungen mit raumluft-technischen (RLT)-Anlagen ausgerüstet bzw. nachgerüstet werden Stand der Technik sind Anlagen mit Wärmerückgewinnung, welche die Außenluft energiesparend mittels der Abluft anwärmen. Als „Komfortlüftung“ werden Systeme bezeichnet, die eine kontrollierte Erwärmung oder auch Abkühlung (Sommer) erlauben.“  https://www.umweltbundesamt.de/themen/mobile-luftreiniger-in-schulen-nur-im-ausnahmefall

Ziele sind:

  • die signifikante Senkung des Infektionsrisikos mit dem Corona-Virus.
  • unsere Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schülern sowie die Kinder in den KiTas und ihre Betreuerinnen und Betreuer bestmöglich vor einer Ansteckung durch Viren zu schützen. Gleichzeitig filtern die Anlagen auch Pollen, so dass Allergiegeplagte frei atmen können.
  • ein angenehmes Raumklima und damit optimale Lernbedingungen zu schaffen.
  • durch die Wärmerückgewinnung eine hohe Ersparnis an Energie und damit Heizkosten zu erreichen, vor dem Hintergrund der aktuell steigenden Energiepreise durch die jedes Jahr steigende CO2-Bepreisung.
  • die Senkung von Treibhausgasemissionen.
  • mit der Investition den Wert unserer Liegenschaften durch die verbesserte Qualität des baulichen Zustandes zu erhöhen.

Finanzierung:
Wir verweisen auf kommunale 100% Finanzierungen durch die bestehenden Förderprogramme 217 (Neubau) und 218 (Altbau) der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und auf die Neuauflage dieser Programme zum 01.07.2021 durch die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die neben kommunalen 100% Krediten für Einzelmassnahmen im Rahmen der energetischen Wohn- und Nichtwohngebäudesanierung auch Zuschüsse i.H.v. 5-50% beinhalten.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung werden zu 100% finanziert zu einem aktuellen Zinssatz von 0,00%, aktuell sogar im Minuszinsbereich. Zusätzlich gibt es einen Zuschuss von 20%. Für Kommunen entstehen nach Genehmigung des Kredits durch die KfW keine Bereitstellungszinsen, die Mittel können innerhalb von 12 Monaten abgerufen werden. Eine Bankprovision fällt nicht an, denn die Beantragung erfolgt als Direktkredit bei der KfW. Die Rückzahlung des Kredites kann langfristig (bis zu 30 Jahre) durch die Einsparung der Energiekosten erfolgen. Damit ist eine haushaltsneutrale Finanzierung möglich.  Mehr unter:  www.kfw.de/beg

Begründung:
Die schwierige Situation der Kinder, Jugendlichen und Eltern im Zuge der Corona-Pandemie ist bekannt. Schulen und KiTas waren lange Zeit geschlossen. Home-Schooling und Home-Office führten bei den Betroffenen an die Grenzen der Belastbarkeit.

Schulen und KiTas sind zwar gerade wieder geöffnet, aber niemand von uns kann in die Zukunft sehen. Die Impfungen werden helfen, erstrecken sich aber zurzeit vorrangig auf die westlichen Industrieländer. Daher müssen wir damit rechnen, dass das Virus und die schon jetzt bekannten Mutationen uns mit hoher Wahrscheinlichkeit noch länger begleiten. Weitere Mutationen und sogar Viren sind vorprogrammiert. Daher sollten wir uns auf ein Leben mit dem Virus bzw. mit Viren vorbereiten.

Doch bisher kennen wir zur Vermeidung einer Ansteckung als einzige Maßnahmen das Tragen der Gesichtsmaske und das Stoßlüften in kurzen Abständen, um die Anzahl der Aerosole möglichst gering zu halten. Letzteres führt bei niedrigen Außentemperaturen zu hohem Heizenergiebedarf mit den entsprechenden Kosten. Zusätzlich liegen uns Berichte vor, dass die Räume sich in der kurzen Zeit nicht aufwärmen und es daher sehr kalt ist. Handschuhe müssen getragen und Decken mitgebracht werden und trotzdem frieren Schüler*innen und Lehrer*innen.

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